Die Gedanken könnten frei sein

Frei von Automatismen

frei vom automatischen Fragen nach dem Schuldigen

frei vom unwillkürlichen Fragen nach dem Warum

frei von den Fragen nach dem Sinn

frei von Bewertung

Frei von Gefallsucht

       von der Suche nach großen Gefühlen

       von der Suche nach der kleinen Aufmerksamkeit

       von der Suche nach Liebe

       von der Suche nach Abwechslung und Ablenkung

frei von der Suche nach Freiheit

Freya,

Wieviel mehr möchte ich sein als ich bin?

und erwächst mir daraus die

Freiheit für meinen mir eigenen Prozess in

die mir eigene Freiheit hinein?

dieses freie Fragenspiel

ein langer Weg

mit Abkürzungsmöglichkeit

das Ergebnis

ist

offen

JA, natürlich, die Gedanken sind frei und das Lied so aktuell wie eh und je!

FREYJA

Sabina Timm

Freiheit – die Steigerung von Tod und Sterben

Als Kind war es das Größte für mich, durch Schnee zu laufen. Wir fuhren sonntags oft in den Schwarzwald. Hier gab es schönen Schnee, doch sollte ich auf der geräumten Spur bleiben und nicht in den tiefen Schnee gehen…

Anfang 2005 entschied ich spontan am Samstagmorgen, das angekündigte schöne Wetter in den Alpen zu genießen. Ich packte kurzerhand meine Sachen, fuhr nach Grainau und fand sofort ein Zimmer. Der Wanderweg zum Eibsee führte direkt an der Pension vorbei, sogleich lief ich los. Am Anfang war es ein breiter Weg, geräumt, rechts und links lag hoher Schnee. Doch dann stand ich plötzlich vor einer Schneewand. Ein Schild zeigte in den Tiefschnee - zum Eibsee-Rundweg. Nun war die Frage: Umdrehen oder der einen Spur durch den Tiefschnee folgen? Endlich konnte ich meine ungestillte Sehnsucht nach Freiheit durch Tiefschnee zu laufen, leben, was mir als Kind verboten war.

Mutig stapfte ich auf dieser Spur los. Welch große Freude, endlich frei zu sein. Diese Freude trug mich ein großes Stück, gleichzeitig war jeder Schritt anstrengend in dem kniehohen Schnee und hin und wieder knickte ich um. Dazu meldeten sich die Zweifel, einfach einer Spur zu folgen, wo ich nicht wusste wohin sie mich führen wird. Die Spur bog ab, nun fühlte es sich nicht mehr stimmig für mich an, hier weiter zu gehen. Was nun? Ich prüfte mehrmals bis ich genau spürte in welche Richtung meine Intuition mich leitete und bis ich genügend Mut aufbrachte, um der grenzenlosen Freiheit durch die wundervolle unberührte Schneelandschaft zu folgen. Mit jedem Schritt spurte nun ich einen Weg durch den unversehrten glitzernden Schnee. Dies war noch anstrengender, da ich teilweise bis zu den Oberschenkeln im Schnee versank. Ich wollte wissen wie spät es ist, sah auf mein Handy und sah nichts – kein Empfang! Meine vermeintliche Sicherheit, damit kann ich Hilfe holen, war weg. Sofort zeigten sich alle Ängste und hatten leichtes Spiel mit mir. Die größte Angst war: Wenn ich so umknicke, dass ich nicht mehr laufen kann, dann sterbe ich hier! Nun fing ich auch noch an mit mir zu hadern, bis ich irgendwann an den Punkt kam, an dem ich bereit war, die Situation so anzunehmen, und wenn es so sein sollte auch zu sterben. Jetzt ging ich ganz langsam Schritt für Schritt noch achtsamer, um bloß nicht umzuknicken was sich in diesem tiefen Schnee nicht vermeiden ließ. Bei jedem Umknicken zeigte sich die Todesangst sofort wieder und jedes Mal sagte ich erneut Ja. Und trotz alle dem genoss ich diese herrliche unberührte Schneelandschaft, dies übte einen ganz besonderen Reiz auf mich aus – Freiheit pur. Ich fühlte die Pionierin in mir.

Allmählich schwanden meine Kräfte. Inständig bat ich die höchste Instanz um Unterstützung den Eibsee auf dem kürzesten Weg und heil zu erreichen. Gleichzeitig begleiteten mich auf der einen Schulter, die Angst nicht am Eibsee anzukommen und auf der anderen Schulter die Freude. Nach einiger Zeit mit den Auf und Ab‘s dieser Gefühle erblickte ich den Eibsee und einen geräumten Weg, wow dies gab neue Energie, Erleichterung pur und überschäumende Freude! Dankend genoss ich es, wieder auf dem geräumten Weg zu laufen. Der Weg stieg immer weiter an und ich erreichte ein gemütliches Cafe. Hier legte ich eine Verschnaufpause ein, trocknete mich ein wenig und stärkte mich für den Rückweg. Viel Zeit bis zur Dämmerung blieb mir nicht, da die Tiefschneewanderung ziemlich gedauert hatte. Mein größter Wunsch war jetzt, dass mich jemand mit dem Auto mitnimmt.

Als ich das Cafe verließ, war kein Auto unterwegs. So ging ich den Gehweg an der Straße entlang, auf dem eine Familie mit 3 Kindern rodelte. Da ich nicht gerne bergab laufe und dann noch auf einer „Rodelbahn“ hatte ich hier die nächste Herausforderung. Nichts mit Entspannung sondern langsam Schritt für Schritt und achtsam, doch dies war kein Vergleich zu vorher. Wieder bat ich, dass irgendwie Hilfe kommt, um mich zu meiner Pension zu bringen. Langsam war meine Abenteuerlust mehr als gestillt und ich war ziemlich k.o.

Es begann zu dämmern und jetzt endete auch noch der Fußweg an der Straße. Der Weg teilte sich und führte in den Wald oder oberhalb am Waldrand entlang. Kurz vor dieser Weggabelung parkte die Familie ihr Auto und lud ihre Schlitten ein. Ich lief fühlend auf die Weggabelung zu und bat, den kürzesten Weg zur Pension zu finden. Als ich auf eine Antwort wartend da stand, kam der Mann der Familie und bot mir an, sie nehmen mich in ihrem Auto mit. Dankend nahm ich das Wunder an. Wir fuhren mit 6 Personen im Ford Fiesta bis vor die Tür der Pension. Die Familie verabschiedete mich mit Gottes Segen.

Diese Wanderung brachte mich tiefer zu mir, in mein Vertrauen und zeigte mir meine Kraft. Meine Quintessenz: Freiheit fordert alles, sprengt Grenzen, lässt wachsen und Wunder geschehen.

LichtMomente 1

Dem freien Fluss der Energie folgend – Die Freie-Energie-Initiative-Nord

Ein kleines Team von 6 Menschen bewegt seit 6 Jahren erstaunliches: Sie halten die Gedanken und Forschungen über die „Freie Energie“, auch „Raumenergie“ genannt, im Gespräch. Aufhänger zur Gründung der Initiative zur Förderung Neuer Energietechnologien “Freie-Energie-Nord”, mit Hauptsitz in Kiel, war ein Vortrag von Prof. Dr. Claus Turtur über Raumenergie in Kiel. Dieser begeisterte einige von den Gästen so sehr, dass sie sich seitdem regelmäßig treffen, um eigenes Wissen über Neue Energietechnologien und Freie Energie-Themen auszutauschen. Die Organsatorin der Initiative, Susanne Clemenz: „Wir sind inzwischen zu einem recht großen Netzwerk aus Freigeistern herangewachsen (mit und ohne technischem Hintergrund), welches deutlich über die Landesgrenze hinausreicht. Unser Ziel ist es, neue und unkonventionelle Energietechnologien bekannt zu machen und die weitere Erforschung zu fördern. Dieses tun wir über (gut besuchte!) Vorträge, Experimentiergruppen, Workshops, Pressearbeit, Newsletter (mit über 600 Abonnenten) und über unsere Website mit Internetforum www.neue-energietechnologien. Demnächst werden in einigen Städten auch Stammtische gegründet. Wir arbeiten komplett ehrenamtlich und freuen uns über Menschen, die mit uns in Kontakt treten. Direktkontakt über: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Eintrag in den Newsletter über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

LichtMomente 2

"Deutschland spricht" Austausch mit Andersdenkenden
4200 Treffen fanden am 23. September in der ganzen Bundesrepublik statt. Jeweils zwei Menschen mit unterschiedlicher Meinung diskutierten über politische Themen. Um möglichst unterschiedliche Menschen zusammen zu bringen, mussten die Teilnehmer vorab sieben Fragen beantworten, u.a. über Grenzkontrollen, Verkehr oder Muslime. Kennenlernen, Zuhören, Standpunkte austauschen und Streiten: Darum ging es bei der Aktion "Deutschland spricht, die von "Zeit Online" initiiert wurde.
In Nürnberg traf sich z.B. Petra Seifert-Ulrich mit Martin Ayyub Halim Hoffmann. Sie: 52 Jahre, verwitwet, SPD-Anhängerin. Er: 36 Jahre, zum Islam konvertiert, Koch. Einig wurden sie sich nicht - und doch waren sie begeistert. Isa Rocke aus Hildesheim schreibt, sie habe ein entspanntes Treffen in einem Café gehabt. "Trotz unterschiedlicher Meinung war der Umgang miteinander sehr respektvoll. Es ging nicht darum zu belehren, sondern ums Zuhören. Ich konnte die Positionen meines Gesprächspartners oft sehr gut nachvollziehen und das hätte ich nicht erwartet.“ Für den Input sei sie jedenfalls sehr dankbar. Und übrigens: "Wir haben viel gelacht.“ Beide Gesprächspartner sprächen selten mit Menschen, "die so starke politische Meinungsverschiedenheiten haben". (tagesschau.de)

 

LichtMomente 3

Freilerner/innen-Bewegung
Rund tausend Kinder in Deutschland lernen nicht in Schulen, sondern zu Hause in "Projekten". Anders als in vielen anderen europäischen Ländern, ist Freilernen in Deutschland jedoch nicht erlaubt und wird mit Bußgeld bis hin zum Sorgerechtsentzug geahndet.
Inzwischen gibt es diverse Plattformen und Foren, bei denen sich Freilerner und ihre Eltern gegenseitig unterstützen. Zum Beispiel die Freilerner-Solidargemeinschaft e.V.: „Wir erhalten zunehmend Anfragen von jungen Menschen (Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen), denen Schule und Schulsystem nicht gerecht werden. Uns geht es nicht um Situationen, in denen Eltern ihre Kinder von der Schule fernhalten oder in denen junge Menschen jegliche Bildung verweigern, sondern darum, Bewusstsein zu schaffen, dass der Wille der jungen Menschen selbst und deren Entscheidung für einen selbstbestimmten Bildungsweg respektiert und berücksichtigt werden müssen“
Schulfrei-Festival:Mit dem Schulfrei-Festival setzen wir gemeinsam ein Zeichen, dass viele verschiedene Bildungswege existieren – auch in Deutschland. Es wird vier Tage lang für ein Leben ohne Schulpflicht gefeiert. Mit vielen Infoständen, Vorträgen, Workshops, Performances und Musik. Das Festival findet seit 2013 jedes Jahr im September statt und ist mit inzwischen über 500 Teilnehmern die größte Freilernerveranstaltung in Deutschland.“ Links und Infos: www.freilerner.de

Lichtmomente 4

www.mokwi.de KielRegion

Ziel von MokWi ist es, für alle Akteure des gesellschaftlichen Wandels in unserer Region, aber auch darüber hinaus eine Möglichkeit der Online-Kollaboration zur Verfügung zu stellen.
Entdecken: Auf MokWi findest du Ideen, Projekte und Initiativen in und für die KielRegion. Finde heraus, wie sich andere engagieren und wo du dich einbringen kannst.
Vernetzen:
Auf der Plattform kannst Du Dich mit anderen Projekten und Initiativen in der Region vernetzen und Kontakt aufnehmen. Du kannst dich hier mit Anderen austauschen, diskutieren und Veranstaltungen finden und veröffentlichen.
Gemeinsam arbeiten: MokWi vereint zahlreiche Funktionen, die Euch als Gruppe oder Projekt helfen, gemeinsam zusammenzuarbeiten. Die Funktionen umfassen u. a. einen Veranstaltungskalender, Pads zum gemeinsamen Verfassen von Texten & Tabellen, Aufgabenverwaltung und eine Dateienablage.

 

Lichtmomente 5

www.livingutopia.org/

Living Utopia ist ein Projekt- und Aktionsnetzwerk welches utopische Freiräume für den inneren und äußeren gesellschaftlichen Wandel gestaltet. Miteinander im Hier und Jetzt, nach den 5 Motiven Geld-/tauschlogikfrei, vegan, drogenfrei, ökologisch und solidarisch. Damit soll ein Austauschraum entstehen, der einlädt außerhalb der Box zu denken, sich zu vernetzen sowie neue Perspektiven und Erfahrungen zu machen.

Das Kollektivhaus für gelebte Utopie entsteht zwischen Hannover und Göttingen mit Räumen für Planungstreffen, Workshops und Seminare, ein Umsonstladen sowie ein großer Garten, der nach permakulturellen Prinzipien angebaut wird.

Kennenlernen kannst du Living Utopia am besten in einem Seminar, einer Bauwoche oder bei einem Mitmach-Brunch.

Für 2019 ist folgendes in Planung:

Utopie-Ökonomie-Konferenz UTOPIKON - 300 Menschen | 20 Workshops & 5 Keynotes

Mitmachkongress utopival - 130 Menschen | 25 Workshops | 6 Tage

Alternatives Winterzusammenkommen alwizuko - 20 Menschen | Open Space | 5 Tage

Freiheit macht Angst - Rainer Lichterstein

Dieser kurze Satz fiel heute in der Redaktionssitzung und blieb in mir hängen …

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Film, in dem ein Hund gezeigt wurde, der sein ganzes Leben in einem Käfig verbracht hatte. Nach 10 Jahren wurde der Käfig geöffnet, aber das Tier verließ den Käfig nicht! Er blieb im Käfig und wurde so zu einem freiwillig Gefangener!

Mich hatte diese Geschichte damals (1998) sehr berührt und ich habe viel geweint - es war mein Lebensgefühl: Ich fühlte mich gefangen in einem offenen Gefängnis, unfähig daraus zu kommen. Meine Angst war riesig, eigene Schritte zu wagen und meine Freiheit zu erkunden. Gleichzeitig war der Film der Startpunkt meinen eigenen Weg zu gehen, ja wirklich gehen zu wollen.

15 Jahre später lief ich im Rahmen meiner Clownsausbildung, rechts eine Bananenschale am Band hinter mir her ziehend und in der linken Hand eine leere (!) Plastiktüte schwenkend, durch die mehrere Kilometer lange Fußgängerzone der Frankfurter City! Jeder hatte sich ein Tagesmantra ausgewählt und meines war: „Das macht mir Spaß“. Das war der einzige erlaubte Satz! Spaß? Von wegen! „Du! (Ich!)“ „Ehemaliger Lehrer!“ „Über 60!“ „Was die Menschen bloß von mir denken“, waren damals meine fast einzigen Gedanken. Die Blicke und Reaktionen, die ich „erntete“ sagten „alles“ (über mich aus). Von Kopfschütteln, sein Kind von mir wegreißen bis zu Vorwürfen und immer nur die eine Antwort: „Das macht mir Spaß!“

Ich habe es damals geschafft, dieses Szenario gut eine Stunde aufrecht zu erhalten! Mein Tagesmantra „Das macht mir Spaß!“ hatte, so war ich überzeugt, mir ohnehin keiner geglaubt. Aus meiner Perspektive heute auch kein Wunder, denn ich hatte wirklich keinen Spaß, es war eine Qual für mich, ich hatte nur Gefühle der Scham, der Zweifel, Selbstkritik, also selber kaum andere Gedanken im Kopf. Außerdem war es uns übrigens untersagt, irgendetwas in der Stunde zu kaufen, also auch unser „Equipment“ mussten wir uns erbetteln.

Erst viele Wochen später, als ich anderen darüber erzählt habe, stellte ich fest, dass das Erzählen mir Spaß machte und dass diese Aktion mich damals heftig aus meinem Angstkokon herauskatapultiert hat! Wow!

Mir ist fühlbar geworden, dass es darum geht, den Mut und das Vertrauen aufzubringen, meine eigenen Schritte zu gehen. Und seien sie auch noch so klein, sie sind immer ganz, ganz persönlich, individuell. Erst wenn ich die „Gitterstäbe“ in mir fühle, weiß ich ja wo mein inneres Gefängnis aufhört. Bin ich bereit für den nächsten Schritt? Es ist immer meine Entscheidung! Ich kann mich nur selber befreien. „Du bist so frei, wie du dich selber lässt!“ heißt es im Song „Jetzt“ von Julia Engelmann - yeah!

 

Heute nehme ich mir z.B. die Freiheit, mit zwei unterschiedlich farbigen Socken durch die Stadt zu laufen - und die Blicke der Menschen - machen mir heute Freude und Spaß

Was bedeutet Freiheit?

Ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch, der sich momentan aus genau diesem eingeengten Gefühl einer begrenzten Paarbeziehung heraus löst. Aber ist damit die große Freiheit in Sicht? Endlich tun und lassen können, was ich möchte und wann ich möchte, keine Rücksicht mehr nehmen müssen, keine schwierigen Absprachen wg. des täglichen Mittagessens, kein Rücken-kraulen, wenn ich keine Lust dazu habe und keine langweiligen Monologe über die „ach-so-unfähigen-Kollegen-und-Chefs“. Es hört sich fürs erste schon ein bisschen nach Freiheit an. Aber zur Arbeit werde ich trotzdem weiter gehen, ebenso meinen Haushalt führen und mich auch weiterhin liebevoll um den Hund kümmern. Es scheint also erstmal nur ein kleines Stück Freiheit zu sein, aber vor allem findet diese Freiheit nur im Außen statt!

Die Freiheit im Inneren scheint mir doch aber eher der Schlüssel zur wahren Freiheit zu sein. Aber wie kann ich diese innere Freiheit erlangen? Obwohl ich mir als Erwachsene natürlich schon meine eigenen Gedanken über „erlerntes Gedankengut“ gemacht habe, bin ich nicht frei von Aussagen und Überzeugungen meiner Eltern, Großeltern, Kindergärtnern und Lehrern. Ich entdecke sogar manchmal Verhaltensweisen an mir, die ich von Verwandten unbewusst übernommen habe, z.B. immer einen Riesenvorrat an Toilettenpapier im Haus zu haben. Das ist mir selber nie aufgefallen, bis meine Cousine mich daraufhin ansprach, dass Oma doch auch immer sehr gut bevorratet war. In diesem Moment lachten wir Beide und fanden es wirklich lustig, aber im Nachhinein dachte ich nochmal darüber nach, was ich wohl sonst noch so mit übernommen hatte. Vielleicht sogar Omas schlechte Grundeinstellung Männern und Partnerschaften gegenüber? Das würde auf jeden Fall meine Beziehungs- und -Trennungsquote erklären. Aber wie kann ich mir nach dieser Erkenntnis nun selber in meine geistige Freiheit verhelfen? Ich beschloss, meine Gedanken und meine Einstellung (vor allem zu mir selbst und zu meinem Leben) zu beobachten. Ich überprüfe dabei, ob sich die Gedanken noch stimmig anfühlen und ob es überhaupt meine eigenen sind. Ich bin teilweise regelrecht erschrocken darüber, was es wirklich in mir denkt. Über die kleinen Beleidigungen hier und da, sowie böse, selbst-verurteilende Gedanken bis zu „du-kriegst-dein-Leben-eh-nie-in-den-Griff, du-schaffst-das-nicht, du-bist-nicht-gut-genug“-Einstellungen ist die gesamte Negativ-Palette dabei.

Nachdem ich einigen meiner Gedanken auf den Grund gegangen war, stellte sich heraus, dass nicht wirklich viel davon mein eigenes Gedankengut war und ist. Ich konnte Verbindungen zu unterschiedlichsten Verwandten herstellen, die irgendwann mal irgendwas zu mir gesagt hatten. Es war ein spannender Einstieg in die Selbsterkenntnis und es bleibt auch weiterhin spannend. Es fühlt sich für mich richtig und stimmig an, die Begrenzungen der fremdauferlegten Gedanken und Ängste anderer auf zu lösen und sich somit zum einen selbst wieder näher zu kommen und zum anderen in die wahre Freiheit zu gelangen.

Mia Mari Heisterkamp