Wieder Tanzen!

Was für ein Wunder – nach der langen Corona-Abstinenz finden sich am Wochenende vor der Sommer-Sonnenwende 15 Frauen im Lied der Erde Garten zusammen, um miteinander tanzend die lichtvollste Zeit des Jahres zu feiern. Sie kommen aus vielen Richtungen angereist, aus sechs Bundesländern von Bayern bis Schleswig-Holstein. Einige von ihnen fühlen sich bereits lange mit Lied der Erde und der Arbeit hier verbunden, manche kommen zum ersten oder zum zweiten Mal.
Corona-gemäß gibt es ein kleines Desinfektionsritual und dann:

Mit unseren Händen verbinden wir uns - zunächst vorsichtig tastend - zum ersten Mal wieder im Kreis. Was für ein magischer Moment!
Das Kreistanzen mit Stäben oder Tüchern des vergangenen Jahres war auch wunderbar, wie auch das seelisch-geistig, singend und tanzend miteinander- verbunden-Sein auf die Ferne oder das Zoomen. Doch Hand in Hand direkt die „Verlängerung“ der Herzen unserer Nachbarinnen zu spüren, ist etwas ganz Besonderes. Das Ergreifen der Hände unserer Mittanzenden ist ein sehr ergreifender Moment.

Wie fast immer in Hönnersumer Garten tanzen auch die Bachblüten mit – als lebendige Pflanzen, als thematischer Rahmen und als Inspiration. Wir nehmen die Bachblüten nicht als Tropfen zu uns, sondern tanzen mit den Pflanzen in unserer Kreismitte. In den Tanzpausen erleben wir sie als lebendige Wesen im Lied der Erde Garten, in dem sie fast alle zu Hause sind und uns hier an ihrer Schönheit, Weisheit und Heilkraft teilhaben lassen.

Die Themen und Bachblüten dieses Wochenendes in der lichtvollsten Zeit des Jahres berühren das innere Lebensfeuer in verschiedenen Seins-Bereichen auf unterschiedlichen Ebenen:

Zwei kletternde Schlingpflanzen für Gegenwärtigkeit als Tor zum Hier und Jetzt: Honeysuckle, Clematis

Zwei stachlig-wehrhafte und vitale Lebenskünstler, die unser Lebensfeuer anfachen: Wild Rose, Gorse

Zwei kleine sonnengelbe Mut-Macher, die uns dabei helfen, über unsere Ängste hinauszuwachsen: Rock Rose, Mimulus

Indem wir die Kreismitte, die Blüten und Themen umrunden, kann sich auch in uns selbst etwas abrunden: Unsere Körper, unser Fühlen, Hören, Sehen und Verstehen tanzen miteinander - Heilung kann geschehen!

Durch die starke Sonnenkraft dieser beiden Tage wechseln wir immer wieder unsere Plätze im Garten um auch den Schatten zu genießen. So tanzen wir nicht nur auf den runden Tanzplätzen im Sonnen- und im Sternengarten, sondern auch auf dem Rasen zwischen Kirschbäumen und Kiefer im lichten Schatten der Weide, sitzen im Kreis zwischen Kirschbaum und Heilpflanzenbeet oder unter dem Apfelbaum im Innenhof.

Der Kreis ist wie eine große runde Schale, die die nährenden und heilsamen Schwingungen der Natur- und Blütenkräfte aufnimmt und weiterfließen lässt - ebenso wie die Verbundenheit und Herzensweite der Menschen im gemeinsamen Tanz.
Und so werden genau diese stärkenden Qualitäten und Verbindungen immer mehr Bestandteil von uns selbst – und wir können sie als leichtes Gepäck mit nach Hause nehmen.

Amei Helm 24.6.2021,
Blütenbilder von Katharina Helm. www.labyrinth-verlag.de

LichtSeiten Nr 23 „Beziehungen“           

Buchbesprechung: Irvin und Marily Yalom: "Unzertrennlich"

Dieses Buch habe ich in drei Tagen ausgelesen. Es hat mich in seinen Bann gezogen, weil es so viel in mir berührt hat.

Von Irvin Yalom habe ich fast alle Romane mit großem Interesse gelesen, denn er verteht es als Psychiater mit anschaulichen Worten sich in die Psyche eines Mitmenschen hineinzuversetzen. Er weckte bei mir duch seine vielen Fallgeschichten in diesen Büchern den Eindruck, dass er jedem Menschen - egal, mit welchem Problem er kommt - helfen konnte.

Nun befindet er sich in dem Buch "Unzertrennlich" in der Lage, sich von seiner vielgeliebten Frau nach 65jähriger Ehe für immer verabschieden zu müssen, da sie sich durch eine schwere Krankheit nun mit 87 Jahren dem Tod nähert.

Warum berührt mich dieses Buch so sehr? Weil es mich an die Ehe meiner Eltern erinnert. Vor allem an meinen Vater, der seine Frau auch um drei Jahre überlebt hat. In dieser Zeit schrieb er Tagebuch und wandte sich überwiegend in Briefform an seine verstorbene Frau, meine Mutter. Auch mein Vater hat seine Frau über alles geliebt, erlebte  nach ihrem Tod viel Trauer und Depressionen.

Nun kehre ich wieder zum Buch zurück. Marilyn, so heisst die Frau von Irvin Yalom, wollte mit ihrem Mann gemeinsam ein Buch schreiben, nachdem sie von ihrer tödlichen Krankheit erfahren hatte. So besteht der Hauptteil des Buches von ihren regelmäßigen Eintragungen, Schilderungen des Alltags, Gefühlen und von seiner Seite aus hauptsächlich sein seelisches Befinden, das Angst verspürt vor dem baldigen Tod seiner Frau und der Gewissheit, dass er dann alleine sein wird. Doch Marilyn bleibt gefasst, verabschiedet sich von ihren Freundinnen und ihrer Familie nach und nach, lädt sie ein, bewirtet sie noch und verteilt ihre Bücher und ihren Schmuck.

Die vielen Schmerzen, die sie erleidet, erträgt sie zuliebe ihres Mannes, der sie nicht gehen lassen will.

Und dann kommt ein Thema, das auch mich schon lange Zeit beschäftigt: die Beihilfe zum Suizid. Ganz offen wird hier aus eigener Erfahrung erzählt , wie Marilyn diese Option für sich bereit hält.

Es ist ein bewegendes Buch, weil es wohl ganz selten der Fall ist, das zwei Menschen sich so lieben, wie es in diesem Buch geschildert wird. Irvin Yalom, der heute 90 Jahre alt ist, schreibt das Buch nach dem Tod seiner Frau zu Ende. 

Auch ich beschäftige mich aufgrund meines Altern mit dem Tod . Letztes Jahr habe ich meine beste Freundin im Alter von 81 Jahren verloren. Und ich trauere noch immer um sie. Wir lasen die gleichen Bücher - auch sie mochte die Bücher von Yalom . Und vielleicht ist das der Grund, warum sie mir in dieser Nacht im Traum erschienen ist.

Birke

Neulich erlebt: 4 Frauen und ein Paar sprechen über Beziehungen

F1: Ich bin jetzt an einem Punkt, dass ich mich wieder öffnen könnte für eine Partnerschaft. Aber ich habe keine Lust zu suchen, z.B. per Internet. Wenn da jemand in mein Leben tritt – okay!

F2: Vor Jahren habe ich mal ein Buch gelesen von einer Kanadierin, die ganz allein in ihrem Haus sitzt und mit ihrer Seele kommuniziert. Da hat es in mir gejubelt: Das ist meins, das möchte ich! Nichts mehr im Außen suchen.

F3: Zurzeit kann ich mir eine Partnerschaft gar nicht vorstellen. Meine Ehe damals war das, was ich wollte: Haus, Kind – es war mein Traum und wir haben ihn gelebt. Dann folgten Trennung, ganz neue Wege für mich. Ehe – das kann und will ich nicht mehr. Aber ich plane ja nicht mehr…

F4: Vor 6 Jahren haben wir uns getrennt, gerade bin ich dabei, endlich meine Wohnung für mich einzurichten – jetzt soll ich das schon wieder teilen? Nee, das ist jetzt nicht dran.

SF1: Manchmal sehe ich Paare, das wirkt wie „angekommen“. Sowas wäre schon schön, gerade im Alter.

P1: „Angekommen“, so könnte ich mein Gefühl nennen. Da ist so eine tiefe Vertrautheit und Verbundenheit mit …. Ich weiß, dass sie nicht aus diesem Leben stammt, dass wir bereits andere Leben miteinander verbracht haben, andere Welten gemeinsam gesehen haben. Ich denke manchmal: Ok, in dieser Inkarnation wird nur ein kleiner Ausschnitt sichtbar von dem, was … wirklich ist. Und dann kann ich vieles entspannter sehen, was auf der menschlichen Ebene hakt.

P2: Für mich ist dieses Vertrauen am wichtigsten, das mir von Anfang an entgegengebracht wurde. Aber auch dass sie mir gleich gesagt hat, dass sie keine Beziehung braucht, dass sie mich nicht „braucht“. Das hat Druck weggenommen, mich aber auch herausgefordert.

F1: Die innere Offenheit für eine Beziehung ist da– und ich bin dabei nicht mehr so festgelegt, ob Frau oder Mann. Einfach Mensch.

Skulptur

Diese Skulptur entstand während eines Workshops und mir fielen damals spontan zwei Namen dafür ein: „Beziehungen“ und „Todesangst“.
Sie zeigt mir an, dass mein Weg ist, durch meine eigenen Tiefen und Untiefen hindurch zu gehen. In Beziehungen erlebe ich oft Todesangst und bin nicht immer handlungsfähig. Inzwischen gehe ich kreativ damit um, wenn ich in dem Moment bewusst bin, dann kann sie verschwinden. Die Skulptur wirkt heilend auf mich, weil ich die Aussage akzeptiere, und weil ich in ihr lesen kann, wo ich bin und wo es hingeht, so wie es von Gott gemeint ist für mich.
Sie unterstützt noch eine andere Aussage, die meinen Weg betrifft, "vom Alleinsein mit allem eins sein." Jetzt ist eher ersteres angesagt, so wie die Teile nebeneinander stehen.

Debonah Maren Petersen

Meine Seelen - Katze

Manchmal bekomme ich Besuch von der Nachbarskatze. Wem sie gehört weiß ich nicht, aber sie kommt in unregelmäßigen Abständen immer wieder zu uns zu Besuch in die Wohnung. Sie schleicht gerne um Tisch und Stuhlbeine, streckt sich, und lässt sich streicheln. Manchmal denke ich, sie ist eine Seelen-Katze. Und das kam so: Mein Freund aus Jugendtagen ist Anfang letzten März ohne irgendwelche Vorzeichen plötzlich gestorben. Mich hat das aus mehreren Gründen sehr mitgenommen und überhaupt das Ganze Thema Tod und Sterben, das mir in dieser Zeit mit insgesamt drei Todesfällen in der Familie präsenter war als je zuvor, ist wieder aufgetaucht in meinem Leben. Einen lieben Menschen unerwartet zu “verlieren“ ist immer noch ein Schock für uns Menschen. Obwohl wir wissen, dass es nur ein Übergang in eine andere Form der Existenz und eine Transformation in einen anderen energetischen Zustand ist, stehen wir in dem Moment starr und geschockt vor der erschütternden Endgültigkeit, die das Dahinscheiden der menschlichen Seele für uns hat. In diesem Moment, in dem der Körper vor uns eindeutig nur noch Hülle ist, wir auch in dem Körper die P e r s o n nicht mehr erkennen können und die bloße Materie uns vor Augen führt :
Ja es ist geschehen,
- da halten wir inne, sind machtlos, schockstarr, gelähmt und erschüttert weil wir realisieren, es ist nicht mehr zu ändern, es ist end-gültig.
In diesem Moment besucht mich meine Seelen-Katze. Und sie kommt und ist anhänglicher als sonst. Sie kommt näher und setzt sich zu mir als brächte sie eine Botschaft für mich von A. “Du bist nicht allein. Es ist alles gut. Wir werden uns wiedersehen. Ich liebe Dich“. Und nicht einen Moment zweifle ich, nicht eine Sekunde staune ich. Diese Katze steht in Verbindung mit meinem geliebten Menschen und bringt mir seine Botschaft ins Haus. Sie schnurrt.
 Ich lasse los. Ich entspanne. Ich weine. Ich lache. Ich spüre seine Anwesenheit. Danke meine Seelen - Katze. 

 

Margitta Maria Kröner
Bornkampsweg 31E
22926 Ahrensburg


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